Einstellungssache!

Wenn sich eine Tür schließt, dann öffnet sich eine Andere? Ich glaube nicht, aber was ich glaube, das will ich Euch heute erklären.

Noch zwei Punkte, bevor es los geht:
Erstens: Um zu diesem Punkt zu kommen habe ich viele Jahre, Arbeit an meiner Person, aber vor allem auch viel Glück und tolle Menschen gebraucht. Das ist leider Nichts, was man von heute auf morgen ändern kann.
Und Zweitens: Dies hier ist kein Ratgeber, wie man mit Depressionen umgeht. Ich war einfach nur frustriert und negativ eingestellt. Wenn ihr nicht einfach nur traurig (#notjustsad) seid, dann ersetzt dieser (und ähnliche) Beitrag KEINE professionelle Hilfe!

Aber jetzt fangen wir mal mit der Geschichte an, die symptomatisch für meine Lebenseinstellung und das Glück ist, das ich im Leben habe.

Bei einem der letzten unverschämten Züge, ein sexpositive Party in einem fahrenden Zug, lernte ich eine sympathische Damen kennen. Nach einer angenehmen Unterhaltung und etwas Geflirte landeten wir knutschend in einem der Abteile. Die Absichten waren geklärt, die Hände überall und sich der Kleidung schon größtenteils entledigt. Und dann passierte es. 

Ein Kerl lief am Abteil vorbei, welcher der Dame wohl deutlich besser gefiel, als ich. Sie winkte hin herein und bat mich das Abteil zu verlassen. Ich packte meine Klamotten zusammen, verließ das Abteil und wusste nicht so recht, wie ich mit der Situation umgehen sollte. Ich war nicht mal sauer auf die Dame, eher beeindruckt von der „Dreistigkeit“. 

Also trottete ich verdutzt zur Bar am Gothic-Floor und versuchte mich mit Whiskey-Cola und guter Musik abzulenken. Glücklicherweise kannte ich die Bardame und so war mein Glas, trotz starken Andrangs, schnell immer wieder voll.

Bis sehr schnell eine Freundin an die Bar kam, zwei Getränke bestellt und mich fragte, ob ich nicht Lust hätte, ihr und einer gemeinsamen Bekannten Gesellschaft zu leisten. Und wer wäre ich, das einer Frau auszuschlagen?

Auf der Tanzfläche angekommen gab sie der Bekannten ihr Getränk, stellte sich hinter sie und küsste ihren Hals während sie mich angrinste. Ich kannte ihre dominante Ader und verstand die Einladung. Und keine Minute später bespielten wir die gemeinsame Bekannte, mitten auf der Tanzfläche.

Eine Hand am Hals, die andere im Schritt, die Schläge spürend, die sie von hinten bekam. Und so schnell wie es begonnen hatte, so schnell verabschiedete sich die Freundin und wünschte uns noch viel Spaß. So eine Wingwoman wagt man sich kaum zu wünschen.

Uns wurde es dann auf der Tanzfläche zu ungemütlich, so gingen wir auf die Suche nach einem freien Abteil. Kamen dabei an dem Abteil vorbei, aus dem ich keine Stunde zuvor geschmissen wurde, und dort war schon alles wieder vorbei und nichts zeugte mehr von den Geschehnissen, denen ich zum Opfer gefallen war.

Das Abteil mit dem Bock war frei, was ein Glück, eine bessere Stelle zum Ficken gibt es im Zug nicht. Zumindest nicht so bequem. Die Tür zu lagen unsere Klamotten schnell auf den seitlichen Sitzflächen und Sie auf dem Bock. Der Sex war toll, sie gab sich mir schnell hin und die Gaffer und vereinzelten Anfragen waren nicht störend.

Als plötzlich eine sehr hübsches und junges Mädel die Türe öffnete, langes rotes Haar, Kulleraugen, ich konnte sie nicht raus schicken. Die vier Kerle, die sie im Schlepptau hatte, waren aber definitiv zu viel, nicht nur für das kleine Abteil. Ich bot ihr an mitzumachen, aber nur mit einem ihrer Verehrer und sie verließ das Abteil wieder.

Um kurz darauf mit einem Kerl aus der Gruppe wiederzukommen. Ebenfalls sehr jung, deutlich jünger jedenfalls als meine Bekannte und ich. Sie überhäufte uns zuerst damit, wie schön der Sex von uns sei, dass sie gerade ihre devote Seite entdecken würde und der Kerl auch gerade erst anfängt seine Dominanz auszuleben. Und jetzt wurde es krass, er wollte garkeinen Sex, sondern nur die Kontrolle über sie.

Und so landete ich, kurz nach dem härtesten Korb meines Liebeslebens, in einem Dreier mit zwei tollen Frauen. Und grinsend wurde ich mir genau dessen bewusst. Ich fasste in diesem Moment mein Leben einfach nicht. Es überforderte mich auf eine unglaubliche schöne Art.

Nach dem Sex unterhielten wir uns zu Viert noch eine Weile, aber ich habe die beiden Fremden seitdem nie wieder gesehen.
Aber was hat das mit der Einleitung zu tun?

Es geht darum, es schließen sich im Leben andauernd Türen vor einem. Man darf das auch scheiße finden und wütend oder traurig sein. Aber man sollte sich nicht zu lange damit aufhalten. Es wird auch sicher keine andere Türe automatisch aufgehen. Aber vielleicht war die ganze Zeit schon eine andere offen und es ist einem nie aufgefallen, weil man nur die Tür direkt vor sich im Blick hatte. Und es wird einem auch nie auffallen, wenn man nicht offen für Neues bleibt und seinen Blick von der Vergangenheit löst und die Gegenwart durchschweifen lässt.

Und genau dies zu können, ist Einstellungssache.
Hart Erarbeitete.
Und nur so kann man die wenigen Chancen nutzen, die sich einem im Leben bieten.

Ein Erklärungsversuch

Eine Ode an Twitter, oder wie ich zum Bloggen kam.

Um euch darauf vorzubereiten, was euch hier erwartet, stelle ich mich doch erstmal vor.
Ich bin ein Frauen-schlagender Feminist.
Ein Mann, der Frauen über Alles respektiert und sie unglaublich gern erniedrigt.
Ein Mann, der Frauen Geborgenheit spenden will und ihren Körpern Schmerzen zufügt.
Ein Mann, der Frauen ohrfeigt und ins Gesicht spuckt, um danach mit ihnen die Nacht durchzukuscheln.
Ein Mann, der sich vielen Frauen hingibt, ganz und auch emotional, aber nur Eine liebt.
Aber auch ein Mann, der sich nicht davon definieren lässt, der dieses Verlangen nicht bei jeder Frau hat.
Und ein Mann, den nichts davon in seinem Alltag mehr belastet.

Genau, nicht mehr.
Lange Zeit hat mich dies sehr belastet.
Wie kann man das Verlangen, grob zu Frauen zu sein, mit seiner Sozialisation in Einklang bringen?
Durch das Verständnis und die Aufklärung einer Frau, die genau das will.
Im Alltag respektiert und im Bett geschlagen werden will.
Und genau dieser Gegensatz bestimmt nun seit vielen Jahren mein Leben.
Die weiche Seite und die dunklen Abgründe.
Der Pfirsich und die Schwärze.

Aber warum schreibe ich nun über so Persönliches?

Anfang diesen Jahres (2019) entdeckte ich Twitter für mich. Nach vielen tollen Tweets, die ich lesen durfte, in denen Menschen ihr Intimstes, ihre Gefühle preisgaben, begann ich im Mai langsam mehr und mehr über mich, meine Gefühle und meine Sexualität zu twittern. Anfänglich erst schüchtern, doch nach und nach deutlich offener. Und was soll ich sagen? Die Resonanz war überwältigend und, vor allem, von Verständnis geprägt. Frauen schrieben mir, wie gern sie meine Tweets lesen, wie sie meine Worte bewegten. Und meine Followerzahl stieg schneller, als ich bis jetzt realisieren kann. Vor allem, da mich quasi niemand dieser Community persönlich kennt.

Und dann kam die Frage, auf die ich keine Antwort hatte.
„Warum schreibst Du keinen Blog?“
Und der Fragestellerin, eine Followerin der ersten Stunde, ist dieser Blog auch gewidmet.
Ich bin sehr dankbar, Dich zumindest virtuell, kenngelernt haben zu dürfen.
Und wie man auf Twitter sagt: #nonmention

Und jetzt hoffe ich, euch Lesern, hier etwas bieten zu können, das Anklang findet.
Dass euch meine Erzählungen zum Schmunzeln bringen.
Dass euch meine Gedankengänge zum Nachdenken bringen.
Und dass euch meine Ratschläge wirklichen Rat bringen.