Disclaimer:
Im folgenden Beitrag wird oft der Begriff „Frau“ verwendet. Dieser wurde wegen MEINER ausschließlichen Erfahrung mit Cis-Frauen gewählt. Mir ist bewusst, dass es Frauen gibt, die aus biologischen Gründen nicht squirten können. Dafür gibt es auch Männer und Enbys, die es können. Bitte fühlt Euch auch gerne angesprochen!

Generell geht es in diesem Beitrag einzig und allein um meine Erfahrungen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Alles, bis auf den Biologie-Abschnitt, spiegelt nur meine Erfahrungen wieder und erhebt keinen Anspruch darauf, die Wirklichkeit vollumfänglich abzubilden.

Ich bitte darum, dies beim Lesen des Beitrages im Hinterkopf zu behalten!

Doch wie komme ich überhaupt dazu, darüber zu schreiben?

Kurz, weil danach gefragt wurde.

Lang, weil ich es will und mir mittlerweile einbilde, dazu etwas sagen zu können.
Ich habe mich lange mit dem Thema beschäftigt, auch theoretisch, alles dazu verschlungen, was es zu lesen gibt und meine eigenen Erfahrungen gemacht. Von anfänglicher Überraschung bis zur Entwicklung eines regelrechten Kinks für das „Thema“.

Es geht hier also nicht um wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema, mehr um Erfahrungen und aufgeschnapptes Wissen, sowie mein eigener persönlicher Bezug zu Thema.

Und wenn eine Frau über ihre Faszination über die männliche Ejakulation schreiben will, dann freue ich mich da sehr darauf, weil mich die weibliche Perspektive dazu sehr interessiert.

Aber klären wir erstmal die Grundlagen:

Was ist Squirting eigentlich? Kann jede Frau squirten? Ist das nicht Urin?

Fangen wir ganz vorne an. Squirten ist das Entleeren einer Flüssigkeit aus den Drüsen des sogenannten G-Punktes. Dies ist der raue Bereich an der vorderen Vaginalwand, die zum Venushügel hinzeigt.

 Diesen Punkt und diese Drüsen hat jede Frau, also kann theoretisch jede Frau squirten. In der Praxis sieht es anders aus, so wie bei Orgasmen. Wobei zwischen der Ejakulation und dem Orgasmus differenziert werden muss. Diese sind nicht zwingend miteinander verknüpft. Es gibt jedoch Frauen, bei denen der Orgasmus immer mit der Ejakulation einhergeht, und auch bei den Frauen, bei denen es nicht so ist, ist die Ejakulation intensiver und oft stärker. Aber ganz losgelöst vom Orgasmus kann die Ejakulation durch manuelle Stimulation provoziert werden. Das geht bei so gut wie jeder Frau. Die einzige Ausnahme die ich dabei je hatte, war eine Dame die extrem sensibel war. Ich habe es nicht versucht, aber man hätte Sie nicht intensiv genug fingern können, um die Ejakulation hervorzurufen.

Dieses kraftvolle Fingern ist höchstwahrscheinlich auch der Grund, warum sich der Irrglaube hält, dass die Ejakulationsflüssigkeit Urin wäre. Durch die Bewegungen können Reste (!) von Urin aus der Harnröhre gedrückt werden, die sich dann mit der Squirtingflüssigkeit vermischen. Aber beim richtigen Squirting kommt die Flüssigkeit eben nicht aus der Harnröhre. Daran erkennt man übrigens auch Fake-Squirting in Pornos. An dem kräftigen Strahl aus der Harnröhre und der meist zeitlichen Verzögerung zwischen Stimulation und „Ejakulation“. Sprich, wenn Sie squirtet, nachdem die Hand, der Dildo oder der Schwanz weggezogen wurde um der Kamera besseren Einblick zu gewährleisten.

Squirtingflüssigkeit ist also ein Drüsensekret, das geringe Spuren von Harnstoff enthalten kann, ist aber kein Urin. Allein Geruch und Farbe sind unterschiedlich. Die Drüsen füllen sich auch schneller, als es die Blase kann und Frau kann auch direkt nach dem Urinieren wieder squirten. Wäre das Urin, wäre das nicht möglich.

Aber kommen wir jetzt zu dem angenehmeren Teil, zumindest für mich, meinem Erfahrungsbericht.
Ich hatte schon die verschiedensten Arten von Squirterinnen, welche die bei jeder vaginalen Stimulation ejakulierten, bei denen es mir beim geritten werden über den Bauch lief. Welche, bei denen zumindest der Orgasmus oft bis immer mit der Ejakulation einherging. Und dann gibt es die Frauen, die glauben sie könnten nicht squirten, oder es zumindest noch nie haben. Mit denen läuft es fast immer gleich ab.

Nach einer Weile im Spiel fange ich an den G-Punkt zu massieren, erst vorsichtig und nach und nach immer fordernder bis es fließt. Und fließen ist es auch, gerade Anfangs, was die Ejakulation am besten beschreibt. Beim ersten Mal ist es meist nicht mehr, als eine bisschen nasse Hand, oft nur dazu von der „normalen“ Scheidenflüssigkeit zu unterscheiden, dass sie dünnflüssiger und eher wie Wasser ist. Nach einer kleinen Pause mit sanfter Stimulation beginnt das Spiel von vorne und die Ejakulation wird deutlicher. Und bei der dritten Runde, ist es dann meist dann absolut eindeutig, wenn die Flüssigkeit die Handfläche füllt, den Arm runter fließt und vom Ellenbogen tropft. Dann sind die Drüsen aufgeweckt und es funktioniert ab dann, wenn man es halbwegs regelmäßig wiederholt, von Anfang an in dieser Intensität. Mit ein bisschen Technik geht das quasi wie von alleine.

Ist Squirting also nur reine Technik?

Nein, die Technik allein reicht nicht. Aber sie ist eine wichtige Grundlage. Ich könnte jetzt von „fallen lassen“ philosophieren, aber so tiefsinnig ist und wird es bei mir nicht. Ich denke es läuft auf das Gleiche raus, wie bei meiner ersten Prostatamassage, als ich dachte, dass ich beim Orgasmus pinkeln müsste. Diese Befürchtung hat mich im Kopf, und somit auch den Orgasmus, erstmal blockiert. Davon muss man sich frei machen, und ich denke Frau geht es beim Squirting ähnlich.
Dazu sind Vertrauen und eine passende Atmosphäre sicherlich nicht hinderlich. So wie ein gutes Timing und ein bisschen Gespür für die Dame, die zur Ejakulation gebracht werden soll.

Und wer es bis hierhin geschafft hat, dem will ich die Technik nicht vorenthalten. Diese ist schließlich kein Geheimnis, 10 Sekunden googlen und man hat sie gefunden. Da es darum hier aber nicht hauptsächlich gehen soll, gibt es auch kein Bild, sondern Ihr müsst es Euch selbst bildlich vorstellen.
Nachdem der passende Zeitpunkt eingetreten ist, und den zu erkennen kann ich niemandem beibringen, muss der G-Punkt mit einer fordernden „Herhol“-Bewegung massiert werden. Quasi so, wie wenn Ihr jemanden mit dem Zeigefinger zu Euch winkt. Je nach Position, in der Ihr euch befindet, geht das am besten mit Ring- und Mittelfinger oder mit Zeige- und Mittelfinger. Manchmal hilft es aber auch, alle drei Finger zu benutzen. Dabei ist es wichtig, genügend Druck auszuüben. Ich fange immer etwas sanfter und langsamer an und steigere dann sowohl den Druck, als aber auch vor Allem die Geschwindigkeit. Bis es fließt. Wichtig ist hierbei nur, nicht zu zaghaft zu sein. Und keine langen Fingernägel zu haben, sonst wird es kompliziert.

Und dann genieße ich diesen Moment.

Und wenn wir schon beim Genießen sind, dann würde ich zum Abschluss noch gerne erklären, warum ich das mache.

Ich habe einen ausgesprochenen Reaktionsfetisch. Gerade als dominanter Sadist geben mir die Reaktionen von Frauen beim Sex extrem viel. Vor allem auch Sicherheit. Diese Sicherheit zu spüren, dass Frau genießt und wirklich will, was man ihr macht wird umso wichtiger, je extremer die Praktiken werden. Aber auch wenn sie überhaupt nicht kritisch sind, ja wenn es um Vanilla-Sex geht, hilft mir diese Sicherheit zu entspannen und das Spiel, den Sex, auch zu genießen. Dies fällt mir auch stark bei Blowjobs auf. Egal wie gut er sich anfühlt, wenn ich nicht spüre, dass Frau Lust auf ihn hat, oder zumindest Lust darauf hat, mir eine Freude zu bereiten, und nur halb oder sogar widerwillig dabei ist, dann verzichte ich lieber auf den Blowjob. Dann gibt er mir einfach Nichts, turnt sogar eher ab. Das Gleiche gilt für Cunnilingus. Wenn Frau ihn nicht genießt, lasse ich ihn lieber sein, so gerne ich ihn habe. Und die Ejakulation ist halt eine ziemliche eindeutige Reaktion und gibt einem sofort Feedback. Vor allem wenn man weiß, dass Frau das Gefühl genießt. Wahrscheinlich schmeichelt es auch mein Ego, aber das ist per se ja nichts Schlimmes. (Das ist auch der Grund warum mich würgen und sabbern beim Blowjob so anmachen, das gibt mir das Gefühl, dass mein Schwanz groß wäre.)

Und ich stehe einfach auch sehr auf Körperflüssigkeiten. (Mein) Sperma, Speichel, Vaginalsekret (gibt´s dafür eigentlich kein schönes deutsches Wort?) und eben auch das Ejakulat von Frauen turnen mich sehr an. Sobald die vermehrt ins Spiel kommen, ist Sex in meinem Kopf direkt versauter, irgendwie leidenschaftlicher. Es kickt mich einfach, ohne genau erklären zu können, woran das liegt. Die Nässe zu spüren, wie sie zwischen den Körpern fließt und klebt.

Und auch der Gerucht ist etwas ganz Eigenes, den ich lieben gelernt habe. Als ziemlicher Geruchsmensch erregt es mich sehr, „Frau“ zu riechen. Und nach Squirting riecht die Unterlage definitiv erstmal.

Und nun noch ein paar abschließende Worte.

Ich denke Squirting wird mystifiziert. Wie Vieles was, gerade die weibliche, Sexualität angeht, wird ein größeres Ding daraus gemacht, als es eigentlich ist. Squirting ist keine Wissenschaft, Squirting ist keine Magie. Es ist einfach eine von vielen schönen sexuellen Spielarten, und genau so sollte sie gesehen werden. Und genau als solche sollten wir sie verstehen. Man kann sie mögen, man kann sie unangenehm finden, aber wenn man keine Hemmungen vor der Flüssigkeit hat, dann empfehle ich zumindest es mal auszuprobieren.

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3 Kommentare

  1. Hmmm. Kein richtig oder falsch aber:
    Du verknüpfst Squirting mit Ejakulation.
    Ich verbinde Ejakulation bei der Frau mit der Vaginalflüssigkeit beim Orgasmus. Klare bis weißliche etwas schleimige Flüssigkeit. Meist bei Erregung erst und später mehr.

    Hier hingegen: ich squirte unabhängig vom Orgasmus. Genussvoll aber nicht orgiastisch.

    Daher haben für mich Squirting und Ejakulation nix miteinander zu tun.

    Trotzdem danke für den Text.
    Frage: Machst du einfach deine Technik oder erfragst du Consent fürs Squirten? Habe von Frauen gehört, die davon überrascht und überfordert waren.

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    1. Ich vermute, dass Ersteres, das Du beschreibst, einfach das Vaginalsekret ist. Zumindest von der Beschreibung, gerade der Konsistenz.

      Und Squirting und weibliche Ejakulation sind ja Synonyme und bezeichnen die Abgabe von Flüssigkeit über die Drüsen aus dem G-Punkt.

      Sehr gerne.

      Nein, ich frage vorher oder werde darum gebeten.
      Zumindest wenn es nicht geklärt ist, und definitiv vor dem ersten Mal.
      Wenn man sich aufeinander eingespielt hat, wird nicht jedes mal mehr nachgefragt, da aber ja schnell klar wird, was ich vorhabe, kann jederzeit Einspruch eingelegt werden.

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  2. Naja, die einen sagen so, die anderen so, was die Herkunft der Fluessigkeit betrifft, so zB. diese Studie:
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25545022/

    ABER das ist ja eigentlich voellig egal, was genau es ist, so lange es einfach geil ist, und das ist es halt nun mal 🙂

    Zur Technik: Da gibt es auch totale Unterschiede! Ich kann diese „Herhol-Bewegung“, also das Kruemmen der Finger ueberhaupt nicht leiden. Das funktioniert zwar, aber fuehlt sich fuer mich unangenehm an. Was ich hingegen super finde, ist, wenn mit einer Bewegung der ganzen Hand stimuliert wird. Bei einer Freundin wiederum muss man den G-Punkt nur ganz leicht streicheln und es laeuft unaufhoerlich 😀

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